Montag, 16. Mai 2011

Corrugated Creations

Was ist das denn schon wieder? Wellblech Kunst.
Ich habe Anne und Jack Groos als Servas Gastgeber die in Tokoroa (Central Plateau) leben und es gelingt mir nicht, mit dem Bus dahin zu gelangen, lt. Auskunft der I-Site Damen. Deshalb holt Jack mich in Tirau ab und das ist ein Glücksfall für mich, denn hier ist wieder außergewöhnliches zu bestaunen. Das I-Site Gebäude ist ein großer weißer Wellblechhund neben einem Wellblechschaf. Nachdem viele Gebäude hier aus Wellblech sind, kam ein Reparaturmechaniker alter Autos (hauptsächlich Mercedes) auf die Idee, diese einfachen Schuppen zu verschönern. Überall in der Gegend sind seine Kunstwerke zu finden. Reklametafeln für Autowerkstätten, Käsereien, Briefkästen und alle Tiere schauen witzig aus und kleine Geschichten entstehen so z.B. zwischen Jäger und Jagdhund. In seiner Werkstatt entsteht gerade ein Merino Bock mit den schön geschwungenen Hörnern. Das Untergerüst wird dann zersägt, mit einem Kran auf das Gebäude gehoben, wieder zusammengeschweißt, das Wellblech wird genietet und abgedichtet und dann bemalt.

Zwei Tage bin ich Gast und der pensionierte Jack, eigentlich ein holländischer Jakob, zeigt mir die blaue Quelle im Te Waihou Valley die im gleichnamigen Flüßchen ist. Mäandernd wie die Alz, schwebende Wasserpflanzen, sandige Stellen, aber nicht ganz klar wegen des Regens gestern, präsentiert sich die Natur im strahlenden Sonnenschein. Ein Picknick mit selbstgebackenen Kuchen von Anne (die heute arbeitet) und Kaffee aus der Thermoskanne an einem schönen Platz lassen uns das Rentnerdasein genießen. Das fallende „Herbst“ Laub muß von der steilen Einfahrt und das wird mit dem Rasenmäher gemacht, dadurch gleich für den Kompost gehäkselt

Beide sind stark ehrenamtlich im Naturschutz engagiert. Ein „nativ“ Wald wird im Jim Barnett Reserve angelegt und das, was bis jetzt gepflanzt und mit einem Lehrpfad gut beschildert ist, ist schon sehr beeindruckend. Auch das Schwarzkehlchen wurde hier wieder ausgewildert. Ein Picknickplatz lädt ein, eine Komposttoilette mit Wasser zum Hände waschen ist vorhanden. Wir besuchen Celia (Celia eine Namenskollegin von dir Celia) und Gordon Stephenson der mehrere Bücher über die Natur in NZ geschrieben hat und gerade einen Zaun um 3000 Hektar Berg zustande gebracht hat um die „Pest“ wie es hier heißt abzuhalten. Der Zaun ist nicht nur vertikal sondern unter und über der Erde gebogen um Kletterer und Wühler abzuhalten. Auch Telefonmasten haben einen Aluminiumstreifen am Mast, damit die Possums nicht hochklettern können und einen Kurzschluß verursachen. Pest sind alle eingeschleppten Tiere wie Marder, Wiesel, Ratte und Possum gegen die, die einheimischen Tiere keine Verteidigungsstrategie haben. Ein Possum frißt ganze Wälder kahl und die anderen sind Nesträuber. Es wird ein Zaun gebaut, Gift ausgelegt, Fallen gestellt um ein Areal Pest frei zu machen. Im Farm Haus steht ein Webstuhl, das Kaminfeuer brennt und die Abendsonne scheint durch die großen Fenster.
Mit Anne schau ich mir die „Talking Poles“ in Tokoroa an. Sie werden alle paar Jahre von verschiedenen Künstlern erarbeitet (System wie unsere LandArt) und stehen überall im Städtchen. Chain Saw, Te Koura, Ko Te Ngira, Te Hoe the Paddle, Nga Toki Wananga, Samoan, Business Professional Woman sind die Namen. Vieles mit der Kettensäge oder traditionelle Maori Holzschnitzerei, auch Stein Arbeiten sind vertreten. Sie selbst produziert lustige Kiwi`s, Pakeha`s und andere Vögel aus Stoff.
Am See sind schwarze Schwäne die gerade fünf Küken haben, die weiß sind.

Ich besuche noch Herta Miehe aus Wien und ich bekomme zum Kaffee Pumpernickel mit Butter.

Schaf im Nebel http://www.corrugatedcreations.co.nz/

Anne und Jack Groos

blaue Quelle (nicht Erl)


1 Kommentar:

  1. Als ich im Botanischen Garten in Auckland war (das steht Dir ja noch bevor) war gerade eine Ausstellung mit Wellblechkunst. Sehr beeindruckend, was alles mit diesem Material gemacht werden kann. Und praktisch ist es ja auch! Bekommen wir vielleicht auch noch einige Bilder von "talking poles" zu sehen?

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