Sonntag, 12. Dezember 2010

Ich bin in Sibirien

Am Bahnhof auf der Anzeigetafel den Zug gefunden (Irkutsk auf Kyrillisch eine Leichtigkeit) aber daß kein Bahnsteig angegeben wird erfordert doch schon wieder Einsatz. Pünktlichst fährt er ab, was früher die Hühner, Gartenprodukte usw. im Gepäck der Einheimischen waren sind heute die Errungenschaften der Technik. Fast jeder hat diverse Pakete dabei und erkennen kann ich Küchenmaschinen, Elektrogeräte usw. Neben dem Bahnhof war ja auch ein Metro. Kataloge von Witt, Otto, Bon Prix hat Ludmilla meine Abteilmitbewohnerin dabei.  Aus meinem Abteil (aussen stand nichts dran, innen ja sogar mit Datum, Uhrzeit und Temperatur – zwischen 28 und 32 Grad – .
Aus dem Abteil schlägt Knoblauch pur entgegen aber was hilft´s ist gut gegen Vampire. Wundert mich jetzt auch nicht mehr, denn heute zum Mittagessen gab es eine Knolle, ja Knolle Knoblauch mit irgendwas aus einem Glas (das ich mit meinem Hausfrauentrick aufgemacht habe) Tomaten eingemachtem und danach eine Familienpackung Eis. Ja Eis, Gelato, Icecream. Bei -12 Grad wird in jedem Zug und am Bahnsteig Eis verkauft. Ist eigentlich auch ökologischer wie im Sommer? Nicht?

Das 4-er Abteil ist o.k. die Toilette hat ständig Papier und heißes Wasser und wird gereinigt aber duschen ist nicht. Die Mitfahrer nett und sprechen 2 Worte Deutsch aber kein Englisch. Der Speisewagen ist relativ teuer, also flitze ich bei einem Halt auch raus auf den Bahnsteig und kaufe mit Ludmillas russischer Einkaufsliste Chleb, Akba, Sur (Brot, Wasser, Käse) und Obst ein. Tschaj gibt`s bei den superblonden Schaffnerinnen. Soljanka und Borscht (meine ist gehaltvoller) im Speisewagen.
Ansonsten viel Landschaft mit viel sehr, sehr weißen Birken und Zirbelkiefern. Kleine Holz Häuschen manche mit rauchendem Schornstein, sonstiges Erkennungszeichen der Bewohntheit ist die Schüssel. Wenig Straßen, wenig Auto´s meist Lada Allrad. Städte wie Perm, Kirov, Jekatarinenburg und Novosibirsk (Mongoleimitfahrer könnt ihr euch an diesen Ort erinnern) und Krasnojarsk und als Endpunkt vorerst Irkutsk.

Es ist schon Dunkel aber die Zeitverschiebung wächst. St Petersburg 2 Stunden vor, am Baikal sind es dann 6 oder 7. Ich hab unterschiedliche Angaben, schaun ma mal.

Also vier Nächte im Zug, Steckdosen zum Laden gibt es, sogar Ablagefach für PC aber kein Netz ist erreichbar nicht mal in Krasnojarsk.

Jetzt habe ich noch einen etwas englisch sprechenden Militär der Dimitri heißt im Abteil. Heute hab ich mir schon die Handfläche „verbrannt“ an der Türklinke auf dem Weg zum Speisewagen. Ich hatte noch leicht nasse Hände und der Übergang ist draußen. Wie als Kind als ich das mit dem Trockeneis auch immer nichtglauben wollte.

Ich wurde am Bahnhof vom Irkutsk abgeholt von Galina. Sie wollte nicht daß ich in mein gebuchtes Hotel gehe, also wohne ich bei ihr.

Nach Duschen und etwas ausruhen waren wir im Konzert. Ave Verum von Mozart habe ich auch schon mal gesungen und Bach Oatorium in Deutsch!

Morgen fahren wir an den Baikal See und vermutlich nehme ich nur das nötigste mit und vermutlich kein Intertnet.

Übrigens es ist -39 Grad in Worten 39 Grad minus. Es frieren die Nasenlöcher zu und die beschlagene Brille ist auch gleich eisbeschlagen. Im Bus sieht man nicht wo man aussteigen muß.

Abenteuer Pur…..




1 Kommentar:

  1. hi chrissy,

    wunderbare geschichten... hab gerade alles dana vorgelesen... sie sitzt hier und wir versuchen uns gerade -39° vorzustellen... ;))

    weiter so, das buch binden wir dann, wenn du nächsten Oktober wieder hier bist...

    liebe grüße

    norbert

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