Donnerstag, 21. Juli 2011

Vina del Mar

Vina del Mar, das Weekend Dorado für gut betuchte Santiagoneser ist mit Valparaiso zusammen gewachsen und mit der teils oberirdischen Metro erreichbar. Etwas Monte Carlo oder Cote d`Azur Atmosphäre mit weißem Spielcasino, Paradepferdedroschken an der Uferpromenade. Porsche`s und viel Geld ist zu gewinnen wird suggeriert. Normale Spielhallen mit einarmigen Banditen gibt es auch überall und Spielcasino`s waren auch in Puerto Varas und Santiago. Kein Ziel für mich aber hier in der sogenannten Garten Stadt gibt es auch einen botanischen Garten, der leider etwas außerhalb ist und nicht an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist. Ein Taxifahrer macht mir ein gutes Pauschalangebot und das erweist sich als Glücksfall, denn der Garten ist 63 Hektar groß und er darf mit einem speziellen Ticket mit dem Auto befahren werden. Zu Fuß hätte ich nicht alles sehen können. Die Bäume sind gut beschriftet und der den ich suche ist in einem speziellem Gehege es sind ganz viele kleine die grade gehackt werden. Der Toromiro von der Osterinsel! Von den Blättern der Akazie ähnlich, blüht er derzeit nicht, sonst  gelb. Überall dagegen gelb blüht gerade die ähnliche Mimose. Ein Spezial Gelände ist der Isla Juan Fernandez gewidmet, die ich ja leider verpasse aber so sehe ich wenigstens einige der nur dort vorkommenden Pflanzen. Der Schwarzhalsschwan dümpelt in einer Lagune hier. Drei Gefiederte (Schwan, Zaunkönig, Ibis) die es auch bei uns gibt aber hier zusätzlich mit andersfarbigem Hals!
Das Museum Fonck (gegründet von dem Deutschen Physiker Dr. Franzisco Fonck) hat einen Osterinsel Moai im Vorgarten und viele Originale die auf Rapa Nui nicht zu sehen waren. Auch hier ein Schild, daß berühren „Tapu“ ist in allen nur erdenklichen Sprachen. Die Ausstellung ist interessant gestaltet und Ziel unzähliger rumwuselnder Schulklassen. Die Schrift wird erläutert, die Zeremonienutensilien, Werkzeuge, die gesellschaftlichen Hierarchien und die Petroglyphen. Nicht nur die Rapa Nui Indigenas werden ausführlich dargestellt sondern auch die Mapuche, Chimu und andere Volksgruppen. Was da an individuell künstlerisch gestalteter Keramik gezeigt wird ist beeindruckend auch von der Entstehungszeit her. Auch erotische Gefäße sind darunter! Eine ausgestellte gruselige Mumie wird auf 8.000 vor Christus datiert, also noch vor den Ägyptern. Im ersten Stock wird es noch unheimlicher, die vielen aufgespießten Insekten, ausgestopften Puma`s (die fast oder schon ganz ausgestorben sind) und ein zweiköpfiges Lamm sind schon Raritäten. Die Gefährlichkeit einiger Spinnen und die entstehenden Krankheiten werden bildlich dargestellt. Die Sammlung hat schon etwas abartiges. Das ganz gruselige ist eine genaue bildliche Anleitung – Schritt für Schritt – wie ein Schrumpfkopf hergestellt wird mit einigen echten Exemplaren.

Ich laß mir den Appetit nicht verderben und genehmige mir vor dem Essen einen Pisco Sour als Apero und als Nachtisch ein Eis auf die Faust, aus einer Eisdiele die viele bunte  Sorten führt. Die Portionen sind riesig und als Krönung wird das ganze Hörnchen noch in flüssige Schokolade getaucht, über dem Schokoladeneis abgekühlt und dann kopfüber in einen Becher gestellt. Zuviel des Guten! Aber ich lauf ja wieder den Berg rauf……

Mumie

Schrumpfköpfe

Lamm

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen