Hallo meine Lieben Blogleser,
jetzt bin ich schon eine Weile zurück und noch keinen Blog geschrieben. Viele meiner treuen Leser haben sich schon gemeldet, was denn los sei? Gibt es keinen Blog mehr?
Doch natürlich, aber ich komme nicht dazu weil ich ein einem Kochbuch schreibe und das soll im Herbst rauskommen und da ist viel zu kochen, zu dekorieren und zu organisieren.
Aber soviel möchte ich schon verraten: diese Tiere habe ich hautnah gesehen
ihr dürft gespannt sein
Dienstag, 19. April 2016
Donnerstag, 3. Dezember 2015
Dienstag der 10. November 2015, Rückflug und Ankunft
Eine Mail von Lufthansa wir
sollten zum Schalter M aber da war gar nichts. Kein upgrade aber immerhin ein
Flug. Es geht pünktlich los, die Maschine hat noch ein paar freie Sitze. In
Zürich hilft Birgit mir beim Umsteigen, aber das ist Chaos. Die Zeit ist knapp
und wir werden rumgeschickt und müssen nochmal durch den Sicherheitscheck und
Birgit muß ihre gekauften Kosmetiksachen abgeben, es wurde in New Dehli nicht eingepackt.
Ich erreiche meinen Flieger nach München.
Der Shuttle von Sarah Hotel
Regent Hallbergmoos holt mich ab und ich fahre nach Hause. Birgit ist schon
zuhause sie hatte nur eine Stunde nach Bern.
Zuhause ist alles gut und ich
brauche etwas Zeit um anzukommen.
Soviel Ähnlichkeit in der Nature
und doch anders. Tashi hat mich mal gefragt weshalb ich - wenn es bei uns auch
so bergig ist - nach Bhutan komme. Meine Antwort war: Die andere Kultur. Die
Berge sind ähnlich aber es wehen keine Gebetsfahnen, Tempel, Stupa´s sehen
anders wie Kirchen aus.
Und um zu sehen was es mit dem
BruttosozialGLÜCK auf sich hat.
Es hat sich nicht klären lassen,
aber "ich bin glücklich" endlich in
Bhutan gewesen zu sein und wünsche mir, nochmal kommen zu können. Logti djelgé
Ich danke allen von ganzem Herzen
die dazu beigetragen haben, daß die Reise so ein wunderschönes Erlebnis wurde.
Besonderer Dank an Anna und Birgit, Tashi und Namgyel. Beate Lidl und Laya Tours,
Sanjay und Familie und an alle die irgendwie dazu beigetragen haben.
KatrinchéLa
Bhutanesen glauben, dass das Glück das Ergebnis einer
guten Gesundheit ist. Ein bhutanesisches Sprichwort besagt:
“lus lu na tsha med, sems lu sdug Sngal med“.
Die Übersetzung deckt sich mit der WHO-Definition
von Gesundheit: “Ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und
sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder
Gebrechen.”
Aber ob das wirklich alles ist...........
Montag der 9. November 2015, Paro nach Dehli
Um 6 Uhr werden wir abgeholt und
wir bekommen ein kleines Frühstückspaket mit zum Flughafen. Großes
Verabschieden von unseren Beiden Reisebegleitern, die uns sosehr ans Herz
gewachsen sind. Unser Flug hat Verspätung weil die Maschine aus Bangkok nicht
rechtzeitig ankommt und Tashi hatte doch recht, daß wir über Kathmandu/Nepal
fliegen. Leider sitzen wir auf der falschen Seite und sehen nur Gegenüber die
Himalayakette bei strahlen-dem Sonnenschein. In Dehli zuerst zum
Transitschalter. Was gibt es neues von der Lufthansa. Langes hin- und her und
wir sollten raus gehen der Schalter der Lufthansa wäre im zweiten Stock. Ich
mache Anna und Birgit auf ihre offenen Schuhbändel an den Bergstiefeln
aufmerksam. Meine Stiefel sind im Rucksack. Sanjay hat wieder den Fahrer
Surender geschickt der uns noch ein bisserl was von Dehli zeigen soll. Wir aber
wollen wissen wie wir weiter kommen. Keine weitere Möglichkeit mit der
Lufthansa Kontakt aufzunehmen. nix geht. Anna - obwohl mit AUA fliegend - kommt
mit uns. Draußen suchen wir Surender der kreiseln soll aber wir finden ihn
nicht. Als wir wieder in den Flughafen wollen, dürfen wir nicht mehr rein, da
es erst Mittag ist und unser Flug erst am nächsten Morgen geht und der Zugang
nur 3 Stunden vorher möglich ist. Wir finden den Lufthansa Schalter und langes
hin und her und wir haben die Möglichkeit auf die Swiss Air umzubuchen.
| unser provisorischer Flugschein |
Ich überlege noch ob ich München nehmen soll, tu es nicht und bin froh, weil auch dieser Flug wird noch annuliert. Für Birgit ist das gut weil Zürich ist nicht weit von Bern und näher bei ihr Zuhause. Was tun. Surender holt uns ab und bringt uns zum Radisson Hotel in der Nähe (weil es ist 16 Uhr und zu einem Ausflug fehlt die Zeit und auch die Lust). Er bekam von uns eine schöne Holzschale, gedrechselt in Bhutan. Im Radisson in Bamako/Mali war ein paar Tage später ein IS-Anschlag. Wir saßen an der Bar mit Piano Musik und ein Fahrer von Sanjay kam vorbei und brachte und ein Geschenk.
Für jeden ein eigenes und es
war gut eingepackt und es sah nach Bilderrahmen aus. Ein opulentes Abendessen
am Buffet im Hotel und danach ein Taxi zum Flughafen. Im Flughafen keinerlei
Hinweis auf den Streik, nur daß der Flug FFM und MUC annuliert wurden. Wir
checkten ein und das Problem war das Gepäck. Wir hatten es nach Frankfurt
aufgegeben in Paro und wir hatten nur einen Schein mit 2 Nummern und beide auf
meinen Namen. Welches Gepäckstück muß in Zürich raus und welches nach München. Aber
auch das wurde geregelt. Ein Angestellter mußte unser Gepäck suchen und wir
beschrieben ihm rot und Hartschale nach Zürich, grau und soft nach München. Mit
neuen Aufklebern waren unsere Koffer die ersten die ankamen.
Sonntag der 8. November 2015, Taktshang, Tigernest
Die Sonne geht schön auf, und ich
sehe Berge im rosenroten Morgenlicht ob es jetzt der Kanchenjunga oder das
Jhomolhari Massiv ist, kann ich nicht ausmachen. Später zieht es zu und ich
kann nicht fragen. Uns wurde angekündigt, daß warmes Wasser um 6.45 in den
Waschwasserbehälter gefüllt wird und der early Morning Tea zur Verfügung steht.
Das ist auch notwendig, denn das Wasser und der Spiegel sind eingefroren. Das
Lager erwachen zu sehen ist schön. Aus dem Küchenzelt zieht Rauch und es duftet
nach geröstetem Toast.
Die Pferdefrau bereitet ihre Tiere für die Last vor, die
Yak Familie treibt die Herde durch unser Lager in höhere Regionen. Das im
Programm angekündigte "einfache" Frühstück erweist sich als üppig und
mit dem allerbesten Porridge. Wir gehen zum Kloster, steigen steile Treppen
empor (erinnert mich ein bisserl an die Klöster in Äthiopien) und überall sind
gesammelte Kristallsteine.
Der Mönch zeigt uns sein kleines Reich. Wir bekommen
eine Freundschaftsband das wir um den Hals knüpfen sollen. Meines hat zufällig
meine Lieblingsfarbe ein kräftiges blau. Das Band nicht runtermachen und nicht
achtlos weg werfen mahnt uns Tashi. Verbrennen oder an einen Baum binden. So
trage ich es einfach bis es sich auflöst. Bin gespannt wie lange das dauert. Eine
kleine heilige Quelle inmitten schöner Pinien und einem Märchenwald.
Wir gehen runter
und erreichen das kleine Kloster Yoselgang und dann Ugen Tserno das direkt über
dem Taktshang Kloster (Tigernest) liegt. Es wird renoviert nachdem es 1958
abgebrannt ist.
![]() |
| wir kamen links oben von dem Kloster runter und wieder rauf aufs Tigersnest |
Es erscheint fast unmöglich das Taktshang zu erreichen,
eingekeilt zwischen Felsen, ebenso das Paradies (Zangdopelri Lhakhang) von Guro
Rinpoche. Ein schmaler Weg oberhalb des Wasserfalls - der tosend in die
Schlucht fällt, führt hinüber zu dem kleinen Gebäude. Blühende Gladiolen und
die schönsten blühenden Flechten gesehen. Wir gehen weiter nach unten und
erreichen den "offiziellen" Weg zum Taktshang und treffen Birgit die
es geschafft hat und mit Namgeyl grad wieder auf dem Rückweg ist. Wir gehen
nach unten und dann wieder steil nach oben und erreichen gerade vor der Mittagspause
den Eingang. Wir dürfen nichts mit rein nehmen, keine Stecken, keinen Foto und
keine Tasche.
Wir geben alles in Schließfächer, werden auch durchsucht und
niemand findet meine Kamera die ich in der Hosentasche habe. Mir fällt das auch
erst auf als wir den Taktshang wieder verlassen. Hier geht es zu wie in einem
Bienenstock. Die Treppen sind hoch und steil und meine Knie schnackeln und
meistens gibt es kein Geländer zum festhalten. Das Kloster ist 800 m über dem
Tal an die Felswand geklebt. Die Tatsache daß der Weg dort hinauf nicht
einsehbar ist, läßt es noch eindrucksvoller erscheinen. Guru Rinpoche soll im
8. Jhdt. auf wundersame Weise auf dem Rücken einer Tigerin an diesen Ort
geflogen sein. Eine seiner Frauen hatte die Gestalt einer Tigerin angenommen.
Er meditierte 3 Monate lang in einer Höhle und bekehrte das Paro Tal zum
Buddhismus. Er unterwarf die bösen Geister während seines Aufenthalts dort. Er
kehrte nach Tibet zurück und lehrte und auch seine Schüler kamen zum Tigernest.
Vermutlich bereits um 1000 herum wurden die ersten Klosteranlagen gebaut. Viele
tibetische Heilige kamen um an diesem spirituellen Ort zu meditieren. Es wurde
seither gebaut, umgebaut und renoviert. 1998 ist es bis auf die Grundmauern
abgebrannt und 2005 wieder eingeweiht worden. Die Rekonstruktion begann sofort
auch dank guter Dokumentation bei den vorherigen Renovierungen.
Der wichtigste
Ort ist die Mediationshöhle die von einer Kupfertür geschützt wird, die nur
einmal im Jahr geöffnet wird. Der Vorraum hat eine große Statue und Gemälde von
den Lehren Guru Rinpoche. Eine Ansammlung von Heiligen Personen und und
Ausstellungstücken eine atemberaubende Aussicht ins Leere, weil die steil
abfallenden Felsen von den Fenstern nicht gesehen werden können. Es gilt als
eines der besuchtesten Pilgerziele im gesamten Himalaya Gebiet. Wir gehen
wieder runter, nur ein kleines Stück hoch und wieder runter. Bis wir die
Cafeteria erreichen wo Birgit und Namgyel schon mit dem Mittagessen auf uns
warten. Das dementsprechend einer so großen Abfertigung von Pilgern ist.
Koreaner, Japaner, Inder und alle möglichen Europäisch aussehende Gäste und
alle zu Fuß. Die erste kleine Etappe kann mit Pferd gemacht werden. Und wieder
nach unten auf den Parkplatz. Der Weg ist sandig und rutschig was es nicht
einfacher macht. Am Parkplatz sehe ich noch Prowdtails (Elstern mit einem
besonders schönen langen und farbigen Schwanz). Wir sind heute - bis auf die
zwei kleinen Anstiege - 6 Stunden runter gegangen. Meine Knie schnackeln, mein
Schlüsselbein (2x gebrochen) und Arm tut vom Stockeinsatz weh.
Hotelaussicht........
Beate hat sich unserer Pferdefrau
angeschlossen und ist einen anderen kürzeren Weg gegangen. Das Gepäck ist bei
Beate zuhause und dort holen wir es ab. Ein schönes Haus (gemietet) das eigene
wird gerade gebaut. Die Hunde begrüßen uns und wir ratschen ein bisserl. Über
Baugehmigung in Bhutan und das Leben hier so im allgemeinen. Sie kommt
ursprünglich aus Eggenfelden.
Ein anderes Hotel heute das
Neksel ist oberhalb von Paro und liegt traumhaft über dem Tal und ist wieder
eines der Luxusklasse. Leider ist es schon am Dunkeln und wir können die
Aussicht nicht mehr genießen. Auch das Spa, die Sauna und den Wellnessbereich können
wir nicht mehr benutzen, da Kofferpacken und Abendessen ansteht. Das wir heute
mit unseren Beiden gemeinsam zelebrieren werden. Einen Aperitiv vorher an der
Bar und dann noch einen guten Wein. Diesmal keinen Raven. Wir haben einen
lustigen Abend. Es gibt so ausgefallene Sachen am Buffet wie Penne mit
Tomatensoße, Ravioli gefüllt mit Spinat und Fisch und Chips gibt was gerne
probiert wird.
Koffer packen, dieser voluminöse
Schlafsack und die Bergstiefel. Tashi kommt noch vorbei weil meine Regenhose
unbenutzt noch in seinem Rucksack war. Er zeigt uns den Mongal der an unsere
Wand gemalt ist, den wir nur in Form von Federn am Pfeil gesehen haben. Er ist
auch überrascht über unsere wunderschöne Suite.
Leider auch eine Mail von der Lufthansa, daß gestreikt
wird.................
Samstag, der 7. November 2015, Bumdrag Trek
Sorgfältig packen. Mein kleiner Rucksack und mein voluminöser
Schlafsack wird das Pferd bekommen. Ich habe nur meine Bauchtasche aber da geht
nur eine kleine Wasserflasche rein. Tashi übernimmt dankenswerter-weise meine
große Trinkflasche sonst müßte sie am Gürtel baumeln und meine Regenhose die wir
aber nicht brauchen. Anna will ihren
voluminösen Rucksack selbst tragen, eine Kleinigkeit bekommt das Pferd und
Tashi.
Wir fahren - mit Birgit - zum
Kloster Sangchen Choekhor das wie eine Festung hoch über dem ParoTal thront.
Wir sind bereits auf 2.800 m. Von hier starten wir (Anna und ich, Birgit hat
eigenes Programm) unseren Trek. Beate Lidl die Chefin von Laya Tours wird mit
vier ihrer sechs Hunde mit uns gehen. Sie hat das Camp noch nicht mit eigenen
Augen gesehen und will sich überzeugen ob sie diesen "Pilgertrek" um
das Tigersnest in ihr Programm aufnehmen will. Am Kloster macht sich eine
größere Gruppe Einheimischer auf den Weg. Wanderstöcke und viele Geschenke für
die Mönche oben am Berg. Das führt zu Diskussionen weil sie bringen viele
Snacks in Alutüten mit und das führt dazu, daß die Mönche oben im Müll
ersticken und bei den seltenen Besuchen im Tal, die Müllabfuhr spielen müssen.
Beate bespricht die Thematik sehr sachkundig und eindringlich und empfiehlt
Obst oder andere Lebensmittel die in Papier oder anderer recycelbarer
Verpackung sind. Die Wanderer sind eine Firma aus dem Osten die mit Tourismus
zu tun hat und sie schauen sich ihr eigenes Land an. Die sportliche Fitness ist
sehr unterschiedlich so sind einige schnell wie Bergziegen und andere keuchen
noch mehr wie wir. Wir wandern durch die schönsten Wälder und es geht stetig
bergauf. Begleitet immer von Lucky und den anderen Hunden. Anna und ich gehen
konstant (sie paßt sich meiner Langsamkeit an) und wir sehen wunderschöne
blauweiß gestreifte kurzstielige Enziane und Edelweiß. Das letzte Edelweiß hier
hab ich bestimm vor 20 Jahren im Rofan gesehen. Unser Boy ist schon voraus
gelaufen empfängt uns am Choechongtse Lhakhang (erbaut im 17. Jhdt. von Lama
Dragpa Gyatsho) mit einem Tee in einer Thermostasse und hat einen Teppich
ausgelegt mit Fußablage und hat schon unser üppiges Mittagsmahl
ausgebreitet. Die Firmengruppe gräbt Löcher für Pfosten es wird die Bhutanfahne
(Drache auf gelb/orangenem Hintergrund) zu den vielen anderen Gebetsfahnen gehisst.
Der Blick runter auf Paro ist gigantisch. Wir sehen den Flughafen und
beobachten einen Flieger der sich durch die Täler zur Landebahn hinein windet.
Es gibt nur wenige - ausländische - Piloten die, die Erlaubnis haben auf diesem
Flughafen zu starten oder zu landen.
Birgit hat mit dem Handy ein
Fußballmatch vom Fernseher in Deutschland aufgenommen und das zeigt ein Spiel
Bhutan gegen Indien wo sie sich sehr erfolgreich geschlagen haben. Der
bhutanesische Mannschafts Kapitän ist Pilot und er wurde im Cockpit interviewt
und es wurde auch der Anflug auf Paro gezeigt. Ganz schön diffizil.
Es geht jetzt etwas steiler
bergan und auf einen kleinen Pass zu und um eine Bergkuppe drum herum. Unser Boy macht uns
immer Mut, daß es nicht mehr weit ist. Aber es sieht noch weit aus. Die Luft
ist merkbar dünner aber mit einem gleichmäßigen Schritt ist das Gehen und Atmen
wie Meditation. Aus dem Wald draußen kommen wir auf eine große freie Fläche mit
vielen majestätisch wirkenden Yaks, nicht so gemütlich, freundlich wie Kühe und
wir sehen auf den Bumdrag 3.800 m.
Die Yaks gehören einer Familie -
wir sehen nur weibliche Erwachsene - die in einer mit Planen überdachten
Stein-umrundung leben und dort auch ihre Produkte verarbeiten. Fleisch, Würste,
Speck und Käse zum Trocknen aufhängen und diverse Milchprodukte erzeugen, auch
einen Butterstampfer sehe ich. Über schöne Weiden mit bimmelnder Yak
Begleitung, Hütehunden und neugierigen Kindern erreichen wir das Camp. Unsere
Pferdefrau ist auch schon da und unser Gepäck liegt schon an unserem
Dinner-Zelt parat. Das sind keine kleinen Zelte zum Reinschlüpfen sondern alles
Zelte mit Stehhöhe. Es stehen ganz bequeme Liegestühle bereit und ein Tischchen
für den Tee (in Termostasse, damit er nicht so schnell auskühlt) und ein Dusch-
und Toilettenzelt. Für die Liegestühle ist es schon zu kalt, die Sonne wird
bald hinter den Bergen verschwinden. Unser Zelt hat ein Doppelbett mit dicker
Steppdecke, einen Vorraum mit Regal und
unser Dinner-Zelt hat einen Gasheizofen. Fühlten wir uns im ersten Camp schon
sehr verwöhnt, soweit das mit der einfachen Ausstattung möglich war. Was für ein
Luxus, den wir wirklich nicht erwartet hätten. Eine Wärmflasche mit schöner
Webstoffhülle kommt in unser Bett und auch eine Leistungsstarke Stirnlampe
gehört mit zum Service. Sowie ein opulentes, sehr gutes vielfältiges Abendessen.
Was die Köche hier in diesem einfachen Küchenzelt zaubern ist unglaublich aber
sehr, sehr vielfältig und frisch und gesund.
| unser Bett im Camp!!!!!! |
Die Energie hier nimmt mich ganz
gefangen und läßt mich wackelige Knie und Luftknappheit vergessen. Chorten und
Gebetsfahnen kündigen den geheiligten Bezirk an. Dieser Platz wurde einst von
Machig Labdron besucht (Sie lebte in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts
und zählt zu den berühmtesten Weissheitsfrauen Tibets) sie fand dort eine
riesige Gruppe von Dakinis vor, die dort ein Festmahl hielten. Seither heißt
der Platz Bumdrag was soviel wie "Der Felsen der 100.000 Dakinis"
bedeutet. Eine Dakini ist ein tantrisches Geistwesen, eine Himmelstänzerin /wandlerin welches der
Mythologie nach die Seelen der Toten in den Himmel bringt. Sie sind weiblich
mit einem sehr wandelbaren Wesen. Sie können als friedliche, zornvolle und
gemischt friedlich-zornvolle Gestalten auftreten. Sie repräsentieren die
Ermutigung und Inspiration für den spirituellen Weg. Es wird gesagt, daß der
Felsen hier 100.000 Fußabdrücke aufweist.
Zu spät um noch den Berg der "Himmelsbestattung"
zu besteigen, aber die vielen weissen Gebetsfahnen zeigen ihn an. Eine sonst im
Buddhismus unübliche Bestattungsart. Aber wo Brennholz (und Flüsse) fehlen, der
Boden gefroren ist wurde diese Art gewählt. Auch die (Zoroastrier) Parsen
bringen die Toten in die "Türme des Schweigens" und überlassen sie
den Geiern. Verbreitet in Tibet und der Mongolei. Unterschiedlich ist ob der
Körper im Ganzen der Verwesung ausgesetzt wird oder noch zerteilt wird. Beate
erzählt von einem - für uns - gruseligen Film über die Bestattung.
Obwohl nah am Friedhof, zwischen
all den Geistwesen die hier ihre Energie hinterlassen haben ist es ein ruhiger,
friedlicher und sehr, sehr mystischer Ort. Ich schlafe gut - mit Anna in einem
leicht abfallenden Bett unter einer Decke - im eigenen Schlafsack der viel zu
warm wird und ich nach und nach mich entblättere.
Freitag, der 6. November 2015, Thimphu nach Paro
Großer Feiertag an einer
Hauptstupa. Wir reihen uns in die Massen ein die um die Stupa gehen. Obwohl es
ein Freitag ist, sind viele Gläubige unterwegs und viele Mönche auch von
anderen Zentren. Weiterfahrt zum ehrgeizigen Projekt den größten sitzenden
(Shakyamuni) Buddha zu bauen (war der, den wir schon besichtigt hatten schon
gigantisch). Zwei Prophezeihungen gaben dazu Anlaß eine neue und eine bereits
800 Jahr alte. Die Statue soll der ganzen Welt Frieden und Glück bringen. Unter
den Augen vom Buddha ist der Kuensel National Park mit 943 Hektar Wald.
Weiterfahrt zu einer Kunst-schule
in der alle möglichen handwerklichen Fertigkeiten unterrichtet werden. Ein
Lehrer war beim Beaufsichtigen eingenickt und Tashi meinte sehr treffend: der
verdient sein Geld im Schlaf. Holzschnitzer, Tanka Maler, Stukkateure die
Skulpturen aus Ton machten, Weberei und Stickereien. Alle sehr eifrig bei der
Arbeit. Es gab auch einen Laden in dem mit Kreditkarte bezahlt werden konnte.
Dann in den kleinen Zoo. Wo auch
eine Aufzuchtstation für Takins ist. Der Takin ist eines der seltensten
Großsäugetiere der Himalaya Region und vom Aussterben bedroht. Sie werden von
Rangern geschützt und hier auch wieder aufgezogen. Eine kleine trächtige,
freilaufende Ziege hat uns zu allen Gehegen begleitet. Drukpa Kinley, der "göttliche
Verrückte" soll der Sage nach jenes seltsame Wesen erschaffen haben. Der
Heilige habe nach einen opulenten Mahl auf Kosten von armen Hirten die übrig
gebliebenen Knochen einer verzehrten Kuh wieder zusammengesetzt und dem Wesen
anschließend den Kopf einer Ziege aufgesetzt. Fertig war das Takin (Budorcas
taxicolor), heute das nationale Tier Bhutans. So behäbig und schwerfällig er
aussieht, so ist er gar nicht. Er kann Gräben und Böschungen sehr elegant
kletternd überwinden. Viele Chillips (hauptsächlich Inder) sind mit uns
unterwegs, wir sind das gar nicht so gewohnt, weil in den östlichen Regionen wo
wir herkamen sind die Touris seltener wie in der Hauptstadt.
Mitten in Thimphu in einem Lokal
gab es endlich Momo`s und die sogar aus Buchweizen. Wir haben mehr gegessen als
verträglich war, weil sie sooo gut waren. Wir bekamen kleine Nüsse, die
aussahen wie Haselnüsse nur dunkelbraun und innen war eine Nuss die roh
gegessen werden konnte und geschmeckt hat wie eine Kastanie. Dumm ich hab nicht
gefragt was das für ein Baum ist, der würde sich in meinem Garten gut
ausmachen.
Das Post Office hatte noch
geschlossen (für Anna´s Einschreibebrief) aber wir haben unsere Karten
eingeworfen, Leerung um 16 Uhr. Sie sind
2 Wochen nach uns angekommen bei den Zwillingen an unterschiedlichen Tagen.
Heute ist mein Wunschtag! Nach
dem Takin auch noch den Wochenmarkt. Ich habe noch nie einen so sauberen,
geordneten Markt in Asien gesehen. Allerdings sehe ich auch keine
Fleischabteilung. Eine große Diskussion ist hier entbrannt. Es wird wenig
Fleisch gegessen und die Bauern schlachten ihr Yak, Kuh oder sonstiges selbst. Mittlerweile
wird viel mehr Fleisch gebraucht - auch für die Chillips - und es wird überlegt
ob nicht ein Schlachthof gebaut werden müßte. Was aber der Religion
widerspricht. Was tun? In einem kleinen Gewächshaus gibt es blühende Camelien und
andere Exoten. Einen kleines blitzsauberes Restaurant. Die vielen verschiedenen
auch farblich unterschiedlichen Reissorten und natürlich Paney Blätter (darin
wird die Betelnuss eingewickelt) um der Sucht zu frönen. Gewürze, Tee in allen
Variationen, Kräuter zum Räuchern und auch Räucherstäbchen. Leider kann ich
nichts einkaufen und kochen.
Wir fahren in Richtung Paro
halten aber nochmal am Stadion da ist gerade eine Vorführung beendet und
weitere sind am Üben. Tashi meint die müßten noch viel üben so wie das
aussieht. Wir finden die schöne Kleidung und die Tänze sehr gelungen. 3 x 60
Jahre werden gefeiert in ein paar Tagen. Vom abgedankten 4. König und eine
seiner (drei Geschwister) Frauen (in Bhutan ist das möglich, aber auch daß eine
Frau mehrere Männer hat) Der dritte 60iger ist einer der geistigen Führer. Überall ist festlich dekoriert und alle
bereiten sich auf die Vorführungen im großen Stadion vor. Wir fahren weiter und
haben wieder einige nette Straßenschilder. Auch Hinweis auf Wasserverbrauch. In
Paro haben wir das Drukchen Hotel das wieder ein supertolles Hotel der
Luxusklasse ist. Birgit bekommt das Einzelzimmer und sie wird eine zweite Nacht
hier bleiben, weil sie entschlossen ist, den Trek nicht mit zu machen. Diesmal
ist das Camp auch mit einem Geländewagen nicht erreichbar. Einen roten
buthanesischen Wein zum Dinner der Marke "Raven" (der Rabenvogel, das
Wappentier). Donnerstag, der 5. November 2015, Punakha Tal bis Thimphu
Donnerstag, der 5. November 2015,
Punakha Tal bis Thimphu
Das Auto ist schlammfrei und die
zwei mit neuen Go´s, tadellosen neuen blütenweissen Ärmelschonern, aber man
sieht ihnen die Strapaze der letzten Nacht noch an. Dafür gibt es ein ausgiebiges
Frühstücksbuffett. Wir mußten nur unsere schlammigen Schuhe putzen.
Der erste Besuch gilt einem
Nonnenkloster. Sie sind gerader dabei einen Berg Steine zu einer neu zu
errichtenden Stupa zu schleppen. Stein für Stein. Ein schön angelegter Garten
mit vielen neu gepflanzten Mango Bäumen und Computerräume gehören zum Kloster.
Gegenüber dem Kloster ist ein
Haus das die königliche Familie bewohnt und das Tor öffnet sich als wir aus dem
Klosterbereich kommen.. Gerade in dem Augenblick kommen ein paar Land Rover heraus
gefahren mit majestätisch aussehenden älteren Personen die uns huldvoll lächelnd
zuwinken. Schade, wir dürfen nicht fotografieren.
Wir gehen noch über die 150 m
lange Langbrücke im Punakha Tal und kommen an einem Krematorium vorbei wo
gerade eine Trauerzeremonie stattfindet und der Sarg zur Verbrennung bereit
steht. Das offene nur durch ein Dach abgedeckte Gebäude läßt den Rauch gut abziehen.
Über die schwankende Brücke mit so schweren Reissäcken gehen, ist schon eine
Kunst.
Der Punakha Dzong ist der
eindrucksvollste von allen Dzongs. Wie auf einer Insel liegend wird er von zwei
zusammenfliessenden Flüssen umrahmt. Riesige Räumlichkeiten für die
Krönungsfeierleichkeiten und weitere solche Anlässe. Goldene Türen, schöne und
sehr sehr viele Innenhöfe in denen man sich sicher verlaufen könnte, riesige
Bäume, ein Garten mit vielen diversen farbigen Bougainvillea, Mönche die
gelangweilt aus dem Fenster schauen und Wandgemälde die sich auch mir ohne
Erklärung erschließen z.B. das chinesische Horoskop. Ich bin ein Schwein.
Es wird fleißig renoviert auch mit
Stihl Motorsäge allerdings im Go, ohne Schutzanzug, Stiefel und Gesichtsschutz.
Die Brücke führt über einen der umfließenden Flüsse und wurde vom Verein Pro
Bhutan für 850.000 Euro erbaut. http://www.probhutan.com/ Fast so wie wir
(Birgit=Schweiz, Anna=Österreich, ich=Deutschland). Die Schweizer waren die
Konstrukteure, die Deutschen haben es finanziert. Für die
Krönungsfeierlichkeiten 2008 wurde die mittelalterliche Krag-Brücke - ein
brückentechnische-kulturelles einmaliges Jahrhundert-Projekt - wieder hergestellt.
Mittagessen (Wandmalereien im
Restaurant = Penisse) an einem kleinen Wanderweg zum Chime Lakhang der ein
Pilgerort für unfruchtbare Frauen ist. Das Tal ist hier viel breiter,
lieblicher nicht mehr so bergig und schroff. Wir gehen über Reisfelder die
bereits abgeerntet sind und kommen an vielen Souvenirläden vorbei und da wir
Geld haben können wir auch shoppen. Ich kaufe ein "Kochbuch". Was
sonst?
Interessantes gelebtes Gesicht
und blondes Kind?
Es eilt wir müssen noch 3 Stunden
nach Thimphu fahren. Über den im totalen Nebel liegenden Duchu La Pass mit
3.230 m Höhe. Einen "Illu"-Kaffee aus dem supertollen Automaten sogar
Capuccino hätte es gegeben und gute Kekse. Ein wunderschönes Rundrestaurant mit
warmen Ofen und ganz vielen Stupas mit unzähligen Gebetsfahnen ringsherum. Die
Straße ist trocken zwar etwas holperig aber mit den üblichen Baustellen.
Auf dem Pass gibt es ein Panorama
Bild mit den hiesigen höchsten Himalaya Bergen. Den aller-höchsten Gangkar
Punsum 7.564m haben wir mal als kleinen Ausschnitt gesehen. Die meisten dieser
Riesen blieben hinter den Wolken verborgen. Viele dieser 7 Tausender sind nicht
bestiegen und es wird auch keine Genehmigung aus ökologischen und religiösen
Gründen erteilt. Die Gipfel sind weniger hoch wie in Nepal aber schwieriger zu
besteigen. Gipfel unter 6.000 m dürfen ohne Genehmigung bestiegen werden.
Die Straßen werden besser wir
nähern uns der Hauptstadt Thimphu (2.320m) (roter Fleck, gelb umrandet) über
die moderne Brücke der Prophezeiung. Eine Hauptstadt ohne Verkehrsampel (der
meist fotografierteste Polizist der Welt regelt in einer Verkehrsinsel stehend,
den Verkehr), 100.000 Einwohner 2013, schnell wachsend, sich ausdehnend.
Zentrum von Bhutan, Sitz der Regierung und Parlament, ausländischer
Vertretungen und Welthilfsorganisationen, die gerade den Sprung in die Neuzeit
macht. Mit allen Vor- und Nachteilen. Wir logieren im wunderschönen Thimphu
Tower Hotel und unsere Suite geht auf den Festplatz raus, wo gerade geübt wird
für die großen Feierlichkeiten in der nächsten Woche.
Tashi geht zu seiner Schwester,
Namgeyl zu seiner Mutter und weiterer Familie, wir machen noch einen
Stadtbummel. Ein ganz netter Instrumentenbauer erläutert uns die besonderen
Instrumente von Bhutan und spielt uns was vor. Abendessen mit einen
australischen Wein und bei Flutlicht weitere Festdarbietungen wie Tänze und
Trommler vom Fenster aus beobachtet.
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